Platzt im 2008 die Web 2.0 Blase?
09. Januar 2008 – 17:20:00
Nach Einschätzungen von Investor Jens Kunath wird in diesem Jahr die Web 2.0 Blase platzen. Er schreibt in seinem Blog:
Die web2.0-Blase wird 2008 platzen. Aber da draußen wird es kaum einer hören. Denn die meisten web2.0-Hirngespinste sind in der realen Welt noch gar nicht angekommen.
Kunath ist überzeugt davon, dass im laufenden Jahr viele Web 2.0-Start-ups das Handtuch werfen müssen. Und seine Begründung ist schlüssig:
... vielen web2.0-Ideen fehlt das Einnahmemodell. Ich habe seit März '07 mehr als 500 Businesspläne erhalten. Weniger als 10 davon waren für mich so interessant, dass ich investieren wollte.
Im ersten Moment wird man bei Kunath's Äusserungen an eine der zahlreichen fundamentalen Kritikreden am Web 2.0 erinnert. Aber der erste Eindruck täuscht. Der Mann hat als Investor selber in Web 2.0-Start-ups investiert. Wie rentabel diese Investitionen bis heute waren, eschliesst sich mir leider nicht. Tut hier auch nichts zur Sache.
Denn die Frage ist vielmehr, ob es sich beim Web 2.0 tatsächlich nur um eine Blase handelt, die irgendwann zu platzen droht? Ich bin da anderer Meinung. Denn das Phänomen Web 2.0 ist nicht einfach nur ein weiterer Dotcom-Hype, der von Wenigen gemacht wurde, damit noch Weniger davon profitieren.
Web 2.0 ist ein Phänomen der breiten Masse. Und dabei geht es nicht nur um Portale mit User generated Content. Es geht auch nicht darum, Blogs und Wikis als omnipotente Wunderwaffe. Bei den jüngsten Entwicklungen im Internet geht es darum, dass Privatpersonen und immer häufiger auch Organisationen Arbeitsprozesse ins Netz verlagern und dadurch immer mehr Menschen online Informationen austauschen und miteinander kommunizieren.
Und für diese Art der Onlinekommunikation braucht es Tools. Manch einer mag das Web 2.0 oder bereits Web 3.0 nennen. Wie auch immer. Wichtig ist nur die Erkenntnis, dass das Phänomen keine reine Marketingerfindung ist und im Zweifelsfall echten Mehrwert bietet.
Zum Thema in diesem Blog:
- 4.0
- | Kategorie: Web 2.0
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Kommentare
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Re: Kostenlos?
- Von: Michael Beglinger
- , 10. Januar 2008,
- 08:24
Absolut einverstanden.
Der Fall XING zeigt jedoch, wie schwer sich im Moment selbst die grössten Anbieter von Social Software tun, ihre Infrastruktur zu refinanzieren.
Gerade bei börsenkotierten Unternehmen wie XING wird der Druck der Anleger im Jahr 2008 massiv zunehmen. Schliesslich wollen auch hier alle vom Hype profitieren. Die klassischen Einnahmemodelle über Werbung werden da aber nicht reichen.
Es braucht Konzepte "Out of the Box".
RE: Kostenlos
- Von: Jens
- , 14. Januar 2008,
- 17:39
Warum der Fall Xing. Hat Xing Probleme. Wenn ich mich da umschaue sehe ich viele User mit Premium Account. Bei denen müsste es doch eigentlich laufen?
Re: RE: Kostenlos
- Von: Michael Beglinger
- , 14. Januar 2008,
- 17:45
Die Zahl der zahlenden Kunden stimmt bei XING. Es ging mir jedoch um die Ausweitung des bestehenden Business-Modells. ;-)
Backlinks
- http://search.live.com/results.aspx?q=blase&mrt=en-us&F…
- http://www.google.de/search?hl=de&rlz=1G1GGLQ_DEDE255&q…
- http://search.live.com/results.aspx?q=blase&form=QBHP
- http://www.google.ch/search?hl=de&q=xing+web+2.0&btnG=G…
- http://www.google.de/search?hl=de&q=kunath+handt%C3%BCc…
- http://www.michael-beglinger.ch/article/social_networki…
- http://www.google.ch/search?hl=de&q=web+2.0+investoren+…
- http://www.google.de/search?hl=de&q=web+2.0+Blase&start…
- http://www.google.de/search?q=xing-probleme&sourceid=na…
- http://search.live.com/results.aspx?q=blase
- http://www.google.de/search?q=web+2.0%2Bblase+platzt
- http://www.bing.com/search?q=blase
- http://www.google.de/search?hl=de&safe=off&client=firef…

















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Kommunikation generiert Mehrwert, auch wenn dass ausserhalb der PR-Branche nicht immer einfach zu vermitteln ist. Wer aber Infrastruktur für Online-Kommunikation bereitstellt, muss auch Geld einnehmen, oder auch daran verdienen. Viele Social Networks sind kostenlos gestartet (StudiVZ, Facebook...), nun wollen sie von ihren Usern zwar kein Geld, dafür Daten zur Vermarktung und Werbeinblendung. Damit machen sie sich bei vielen unbeliebt. XING war da schlauer und hat von Anfang an eine Monatsgebühr verlangt.
Wer Infrastruktur für die breite Masse zur Verfügung stellt, wird das kaum aus Nächstenliebe tun, sondern um damit Geld zu verdienen. Werbeeinnahmen sind im Moment das beliebteste Geschäftsmodell. Wer seine User nicht vergraulen will, sollte sich auch über andere Modelle Gedanken machen.